Gewässerschutz

12. November 2014

Wasserverschmutzung wirkungsvoll bekämpfen

In industriellen Anlagen oder Chemieparks können bei Abfüllprozessen oder Reparaturen organische Substanzen in das Abwassersystem oder Oberflächenwasser gelangen. Um dies zu vermeiden muss Abwasser verlässlich auf Verunreinigungen überprüft werden, bevor es in Flüsse oder Seen geleitet wird. Wie geht das?

 

Fuellstand

Gesetzliche Verordnungen wie das deutsche Wasserhaushaltsgesetz (WHG) oder entsprechende EU-Richtlinien regeln den Schutz der Gewässer. Betreiber industrieller Anlagen wollen sicher sein, diese Auflagen erfüllen zu können. Sensorik von SICK unterstützt die Einhaltung dieser Auflagen und trägt zur Reinhaltung der Gewässer bei.

Beispiel: Füllstandüberwachung in Transformatorstationen

Als ein führender Übertragungsnetzbetreiber für regenerative Energien in Europa betreibt die Amprion AG das mit 11.000 km längste Hochspannungsnetz zwischen Niedersachsen, der Schweiz und Österreich. Dieses umfasst insgesamt etwa 160 Schalt- und Transformatorstationen. Die Transformatoren sind jeweils in einer Betonwanne aufgestellt, in der sich verschiedene Flüssigkeiten wie Regenwasser oder Öl sammeln können. Um ein Überlaufen zum Beispiel bei starken Regenfällen zu verhindern, fördert eine Pumpe die Flüssigkeit ab, sobald ein definierter Höchstpegel erreicht wird. Um ein Trockenlaufen der Pumpe zu vermeiden, darf auf der anderen Seite ein Mindestniveau an Flüssigkeit in der Wanne nicht unterschritten werden. Und eine zusätzliche Herausforderung: Das Messmedium setzt sich aus zufällig wechselnden Flüssigkeiten wie Öl und Wasser zusammen.

 

Betonschacht

In der Wanne – Die Kombilösung von SICK

Zwei unterschiedlich arbeitende Sensoren – der TDR-Füllstandsensor LFP Cubic und der Ultraschallsensor UM30 von SICK messen gleichzeitig und überwachen sich gegenseitig. Der LFP Cubic wird zur kontinuierlichen Füllstandmessung und Grenzwerterfassung von Flüssigkeiten eingesetzt. Ebenfalls zur Füllstandmessung in der Sammelwanne wird der UM30 eingesetzt. Die integrierte Temperaturkompensation, das farbunabhängige Erkennen des Spiegels klarer oder trüber Flüssigkeiten, die große Verschmutzungstoleranz sowie der hohe Betriebstemperaturbereich von –25 °C bis +70 °C garantieren ganzjährig zuverlässige Messungen, selbst unter schwierigen Bedingungen. Diese Kombilösung von SICK vermeidet ein Überlaufen von Flüssigkeiten aus Betonwannen von Transformatoren und schützt so die Umwelt.

 

Beispiel: Ultraschall-Durchflussmessung in Kühlkreisläufen

In Kühlkreisläufen geht durch Verdunstung oder Werkzeugwechsel Kühlwasser verloren. Beim Auffüllen mit Wasser müssen Chemikalien zudosiert werden, damit das Kühlwasser chemisch-biologisch stabil bleibt und keine Schäden an den Rohrleitungen und Anlagen hervorgerufen werden. Dabei wird häufig mit einem zu hohen Verbrauch an Additiven gearbeitet. Resultat ist eine Überdosierung, die keinen der gewünschten Stabilisierungs- und Schutzeffekte erzielt.

 

Kühlkreisläufe

 

Ultraschallensor-FFUDer Ultraschall-Durchflusssensor FFU von SICK sorgt dafür, dass die Menge an Kühlflüssigkeit, die der Anlage zugeführt wird, exakt bekannt ist. Dadurch kann die Dosierpumpe das richtige Kühlwasser/Chemikalien-Verhältnis herstellen und Überdosierungen vermeiden. „Die Einsparungen an Additiven senken nicht nur die Betriebskosten des Anlagenbetreibers, sondern entlasten auch die Umwelt“, sagt Roland Schreurs von der Firma helcotec, die sich mit der Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb von Zusatzstoffen für Kühlkreisläufe beschäftigt.

 

TOCORAber Sensoren von SICK tun noch mehr für die Nachhaltigkeit. So entnimmt zum Beispiel der extraktive Gesamtkohlenstoff-Wasseranalysator TOCOR700 dem Abwasser kontinuierlich kleine Proben und untersucht sie auf organische Verunreinigungen. Betreiber können so erkennen, ob das Abwasser direkt in ein Gewässer geleitet werden kann oder nachbehandelt werden muss.

 

SICK kann natürlich nur einen kleinen Beitrag zum Schutz von Wasser als zentralem Element von Lebensräumen leisten. Jeder Einzelne ist in der Pflicht, für die Erhaltung dieses lebensnotwendigen Elements auch für kommende Generationen
zu sorgen.

 

 

 

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