Maritime Emissionsüberwachung

1. Oktober 2014

Volle Kraft voraus: Umweltschutz zahlt sich aus

Ein Containerschiff verbraucht im Durchschnitt ca. 50 Tonnen Schweröl pro Seetag, je nach Schiffsgröße, Beladung und Fahrweise. Entsprechend viel Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Stickoxide und Ruß qualmen auf hoher See durch den Schornstein. Die Alternative ist, in Abgasreinigung zu investieren und auch in zuverlässige Abgasmesstechnik und Überwachungssysteme. Das ist eine Ausgabe, mit der man sogar Geld verdienen kann. Mit MARSIC Schiffsemissions-Messgeräten und moderner Abgasreinigung können Schiffe auch in Emissionsüberwachungsgebieten kostengünstig mit Schweröl betrieben werden. Betriebskosten können erheblich reduziert werden und spätestens in 12 bis 18 Monaten ist diese Investition in Umweltschutz amortisiert, beweist eine Studie des Germanischen Lloyd.

 

Emissionsmessung

 

Fast der gesamte Welthandel wird über Containerschiffe, Bulker und Tanker ab-gewickelt. Zusammen mit den Passagierschiffen schippern rund 54.000 Schiffe auf den Weltmeeren und jedes Jahr kommen etwa 3.500 dazu. Umso mehr verwundert es, dass auf See weniger strenge Vorschriften gelten als auf der Straße. Der Schwefelgehalt im Schiffstreibstoff darf auf hoher See bis zu 3,5 Prozent betragen, 3500 Mal höher als bei Lkw-Diesel. Spätestens 2020 wird sich dies ändern, dann ist der Schwefelanteil welt-weit auf 0,5 Prozent limitiert. In den „Emission Control Areas”, kurz ECA, gelten schon seit 2015 schärfere Schadstoffregelungen: 0,1 Prozent Schwefelanteil. Maritime Emissionen stehen weiterhin im Fokus – mit neuen ECAs, von China bis zum Mittel-meer. Nur bei den CO2-Emissionen bezogen auf die transportierten Güter schneidet der Schiffsverkehr relativ gut gegenüber der Schiene, Straße oder Luft ab.

 

SICK frischt die Brise auf

EmissionsmessungDie Techniker im Motorenraum arbeiten nun auch als Umweltbeauftragte. Große Schiffe haben sogar eigens jemanden dafür eingestellt. Sie überwachen die Abgaswerte und die Leistung der Abgaswäscher (scrubber) ‒ eine riesige Dusche, durch die alle Abgase geleitet werden. Überwacht wird auch mit Hilfe der kontinuier-lichen Gasanalyse von SICK, die genau ermittelt, was aus dem Schornstein entweicht: SO2, CO2, NO, NO2 vor dem Wäscher und SO2 und CO2 danach – immer hochgenau in ppm, parts per million. Hohe Temperaturen, stürmischer Seegang und die permanenten Schiffsvibrationen stören die Messgenauigkeit des Schiffsemissions-Messgeräts MARSIC nicht. Die vorgegebenen Emissionswerte können eingehalten und verbindlich dokumentiert werden ‒ für Häfen oder ECAs, auch während der Umstellungsphase von Schweröl auf schwefelarmen Marinediesel. Mit diesen Messwerten können ebenfalls Entstickungs-prozesse und die Entschwefelung optimiert werden. Letztendlich muss das Abgas so beschaffen sein, als hätte der Schiffsmotor schadstoffarmen Treibstoff verbrannt. Selbst der Chief profitiert von der bewährten SICK-Technologie und betrachtet und optimiert damit die Verbrennungsprozesse der Motoren.

 

Schiffsemissions-Messgeräte MARSIC von SICK: Mit Sicherheit auf gutem Kurs

 

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Neben den vorgeschriebenen Komponenten kann das MARSIC um die Messung weiterer Gase erweitert werden, bis zu maximal 9 Komponenten sowie Sauerstoff. Setzt man in der Schifffahrt auf schwefelarmes Erdgas als Treibstoff, kann der Analysator zuverlässig Methanschlupf im Abgas messen – Mengen, die zum einen dem Verbrennungsprozess verloren gehen und zum anderen zu den klimarelevanten Treibhausgasen gehören. Wird das Abgas künftig katalytisch gereinigt, ist das für SICK auch kein Problem. Zur Steuerung der Einspritzmenge von Ammoniak oder Harnstoff übernimmt das MARSIC mühelos die NH3-Messung.

 

 

SICK liefert MARSIC in zwei Ausführungen. Das MARSIC200 überzeugt durch sein modulares Gehäusekonzept und ist mit bewährter kalt-extraktiver Technologie ideal zur Überprüfung von Emissionen. Das MARSIC300 ist als kompaktes Komplettsystem mit heiß-extraktiver Technologie für Prozessgas und Emissionsüberwachung an Bord. Für den Einsatz auf Schiffen konzipiert glänzen sie durch einfache Wartung und leicht austauschbare Module. Und das Beste: Das MARSIC300 benötigt dank zertifizierter interner Kalibrierfilter keine teuren Kalibriergase. Man spart man Geld und aufwendiges Handling.

 

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Das MARSIC misst kontinuierlich mit geringem Wartungsintervall von 6 Monaten und ist ausgesprochen servicefreundlich und benötigt außerdem nicht viel Platz auf dem Schiff. Um die Betriebssicherheit hoch zu halten, hat SICK in über 80 Ländern Servicemitarbeiter sozusagen stationiert. Wartung, Ersatzteilversorgung, Remote-Service über den SICK Meeting Point Rooter sind schnell zur Stelle, denn die Liegezeiten sind kurz. Zusätzlich zur Messung von Gasen kennt sich SICK mit der Partikelmessung auf Schiffen aus, mit der Volumenstrommessung in Abgaskanälen und ebenso mit der hoch genauen Durchflussmessung für den Erdgasverbrauch. SICK bedient ein breites Spektrum verschiedenster Messtechnologien für unterschiedlichste Messlösungen.

 

Emissionsmessung

 

Bewusst mitdenken: Die Sache mit dem Umweltschutz

Umweltschutz sollte nicht nur Pflicht sein. Die ersten Bekenner dieser „Grünen Welle“ sind schon unterwegs: Sauber auf hoher See schippern. Ohne zusätzliche Gebühren bei Nichteinhaltung der Regeln in jeden Hafen einlaufen. Schiffsmotoren ganz im Sinne des Energiemanagements steuern und überwachen. Und mit niedrigen Emissionswerten für einen Wohlfühleffekt sorgen.

 

Das „Containerships VII“ ist eines der ersten Containerschiffe, die sich für einen sauberen Antrieb und perfekte Umweltdokumentation einsetzen. Analysatoren von SICK spielen eine große Rolle. Was meint die Mannschaft über das Messgerät? „Gut ist Technik immer dann, wenn ich mich nicht extra um sie kümmern muss. Auf See brauchen wir verlässliche Dinge“, sagt Chefingenieur Hyvönnen, typisch finnisch, extrem praktisch.

 

SICK ist nach Germanischer Lloyd (12764-10 HH) zertifiziert. Das MARSIC ist  vom DNV GL typzugelassen, Zertifikat Nr. 14097-15 HH und 42334-16 HH sowie durch das American Bureau of Shipping (ABS) Zertifikat Nr. 15-HG1431989-PDA.

 

Für alle Anwender zertifiziert

  • Pre-certification of marine diesel engines on a test bed (NTC 2008, Chapter 5)
  • On-board testing for engines, which have no pre-certification
  • On-board simplified measurement method (NTC 2008, Chapter 6.3)
  • On-board direct measurement and monitoring (NTC 2008, Chapter 6.4)
  • Control of exhaust gas cleaning systems according to Scheme A and B of
    MEPC. 259(68)
  • Monitoring SCR systems according to MEPC.198(62)
  • Monitoring CO2 emissions according to EU Regulation 2015/757 (MRV guideline)
  • SO2 control according to Directive 1999/32/EC

 

 

 

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