Vollautomatische Lage- und Bestückungskontrolle

4. Januar 2016

Sensor- und Kameratechnik von SICK bei Ford im Einsatz

SICK liefert kamerabasierte Codeleser und Vision-Sensorik für vollautomatische Lage- und Bestückungskontrolle sowie für Robotersichtführung zum Verschrauben von Airbagmodul und Heckklappen-Striker für ein System der Firma RESA Systems, das beim Automobilhersteller Ford in Köln zum Einsatz kommt.

Verschraubung Airbag-Modul_klein Die Automatisierung und Standardisierung von Prozessabläufen spielt für Automobilhersteller eine immer wichtigere Rolle, wenn sie im globalen Wettbewerb erfolgreich sein wollen. Denn auf einer Fertigungslinie werden zunehmend mehr Varianten parallel gebaut. Eine innovative, vollautomatische Roboterlösung kommt derzeit an zwei Arbeitsstationen der Linienfertigung im Ford-Werk Köln-Niehl zum Einsatz: bei der Verschraubung des Airbagmoduls im Fahrzeuginnenraum und des Schließbügel-Strikers für die Heckklappe. Der Automatisierungsspezialist RESA Systems aus Saarwellingen wurde als Generalunternehmer für das Projekt beauftragt. Die Sensor- und Kameratechnik zur Verarbeitung aller relevanten Informationen lieferte SICK.

Verschrauben von Airbagmodul und Heckklappen-Striker

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Der 2D-Vision-Sensor Inspector VSPM-6 von SICK

Ein Industrieroboter verschraubt das Airbagmodul an der Mittelkonsole des Autos. Ein zweiter Industrieroboter verschraubt den sogenannten Heckklappen-Striker. Nach dem Einlauf der Karosserie in die Station erkennt ein Scanner die Karosseriedaten und übermittelt diese direkt an die Steuerung. Der Roboter für das Airbagmodul greift das passende Modul, von dem insgesamt fünf Varianten existieren. Anschließend setzt er das Airbagmodul in die vorgesehene Position im Auto ein und verschraubt es im Fahrzeug. Die fünf unterschiedlichen Airbagmodule werden über ein etwa zehn Meter langes Zuführband an die Entnahmestelle des Roboters gebracht, nachdem sie zuvor der kamerabasierte Codeleser Lector62x auf ihre korrekte Lage und Beschickung überprüft hat. Die genaue Position der Gewindebolzen zum Einsetzen des Airbag-Moduls erkennt der 2D-Vision-Sensor Inspector VSPM-6 von SICK. Ein Mutterzuführsystem mit Vereinzelung stellt die Muttern zum Verschrauben des Airbags zur Verfügung.

Der zweite Roboter – in der Roboterzelle – verschraubt den Heckklappen-Striker. Der Striker wird mithilfe einer Schablone in Position gebracht und anschließend verschraubt. Auch hier erkennt der Inspector VSPM-6 die genaue Position der Schrauben für den Heckklappen- Striker. Die Taktzeit für die Station beträgt 60 Sekunden.

Lector®-Serie und Inspector im idealen Zusammenspiel

Der Inspector VSPM-6, als intelligente Bildverarbeitungslösung in dem Sensorpaket enthalten, prüft und misst Objekte auch bei schnellen Produktionsprozessen. Er besitzt einen leistungsstarken Objektfinder, der unabhängig von Position, Größe und Drehwinkel die richtigen Daten liefert.

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Codelesung mit dem Lector62x von SICK

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Der kamerabasierte Codeleser Lector62x von SICK

„Die Integration der Kameralösung von SICK war eine große Herausforderung in dem Projekt, weil die Anforderungen an die Lesegenauigkeit sehr komplex sind”, sagt Harald Maaß, Projektleiter bei RESA Systems. „Aus gemeinsamen Vorgängerprojekten wussten wir allerdings, dass der Inspector gerade für eine solch komplexe Anforderung genau das richtige Produkt ist.“ Den kamerabasierten Codeleser Lector62x von SICK setzt Ford in Köln zum ersten Mal in der Endmontage ein. Er ist speziell zugeschnitten auf die Anforderungen der Industrie. Der Lector62x identifiziert 1D-, 2D- und direkt markierte Codes in Bewegung oder im Stillstand sogar bei schlechter Codequalität zuverlässig. Die Kamera ist direkt an die Anlagensteuerung angebunden. „Eine Besonderheit aus unserer Sicht ist, dass im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes nur eine einzige Softwarelösung sämtliche Lesearten verarbeiten kann“, erklärt Klaus Pübben, Key Account Manager bei SICK. Unter anderem dadurch kann SICK sich unter dem Motto „More than a vision“ zukünftig verstärkt als Komplettanbieter am Markt positionieren. Denn SICK hält je nach individueller Kundenanforderung immer eine Lösung bereit – egal ob für 1D- und 2D-Codes, 2D-Vision oder RFID. Hierfür hat SICK eigens die sogenannte Benutzeroberfläche SOPAS (SICK Open Portal for Application and Systems Engineering Tool) als Konfigurationssoftware entwickelt. „Denn diese Ganzheitlichkeit, dass wir unseren Kunden die jeweils passende, alles zusammenfassende Lösung für ihr Problem bieten können, wird auch zunehmend vom Markt gefordert“, so Pübben.

 

 

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