Visiontechnologie lenkt kollaborierenden Roboter

9. Juni 2017

Roboter mit Vision

Die Interaktion zwischen Mensch und Roboter in den Fabriken wird kontinuierlich vielfältiger. Mit dem SICK Inspector PIM60 und der Software SICK Inspector URCap ermöglichen kollaborierende Roboter („Cobots“) von Universal Robots eine neue Vielzahl an Anwendungen.

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Im Gegensatz zu klassischen Industrierobotern handelt es sich bei Cobots um flexible und benutzerfreundliche Roboter mit geringem Gewicht. Sie lassen sich ganz einfach aufstellen, können mühelos an beliebige andere Orte gebracht werden und erfordern keine Programmierkenntnisse. Cobots gelten eher als zusätzlicher „Arm“ in der Werkhalle – ein Arm, der nicht müde wird. Zu den Zielapplikationen zählen unter anderem Verpacken und Palettieren, Maschinenbeschickung und -entladung, Pick-and-Place-Anwendungen, Montage und Qualitätsprüfungen. Den weltweit ersten Cobot brachte 2008 das dänische Unternehmen Universal Robots (UR) auf den Markt.

 

Cobots senken Eintrittsschwelle für Automatisierungsanwendungen

 

Cobots erfordern keine großen Investitionen und ebnen Unternehmen den Weg in Richtung Automatisierung. Auch das schwedische Unternehmen Hestra Teknik unternahm mit dem Cobot von Universal Robots seine ersten Schritte in Richtung automatisierter Fertigungsprozesse. Trotz der Tatsache, dass das Unternehmen auf keinerlei Erfahrung in diesem Bereich zurückgreifen konnte, gelang es ihm, innerhalb von knapp vier Monaten eine voll funktionsfähige Roboterzelle einzurichten. Hestra führt hauptsächlich Schneidvorgäne aus und setzt den Cobot zur Beschickung einer CNC-Maschine. Die kontinuierliche Anwesenheit eines Bedieners ist so nicht mehr erforderlich. Zur exakten Roboterführung setzt Hestra Teknik die 2D-Kamera Inspector PIM60 von SICK ein. Mithilfe der Kamera lokalisiert der Roboter die Position der zu greifenden Objekte auf dem Förderband, nimmt sie auf und führt sie der Maschine zu. Parameter von bis zu 32 verschiedenen Teilen können direkt in der Kamera gespeichert werden.

 

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Noch mehr Einsatzgebiete dank Vision-Applikationen

 

Wenn ein Roboter „sehen“ kann, erweitern sich seine Möglichkeiten um ein Vielfaches. Als Pilotkunde integrierte Hestra Teknik die Software SICK Inspector URCap, ein UR+ Plugin, in die Robotersteuerung. Mit dieser Software kann die Roboteranwendung problemlos den kompletten Funktionsumfang nutzen, den der 2D-Vision-Sensor Inspector PIM60 mit sich bringt. Inspector PIM60 ist ein eingebetteter 2D-Vision-Sensor. Das bedeutet, dass alle Berechnungen vom Sensor selbst durchgeführt werden und kein externer Computer erforderlich ist.

Besonders im Bereich Roboterführung bietet es sich an, Vision-Systeme und Roboterleistung zu kombinieren: Nach einer kurzen Kalibrierroutine kann SICK Inspector URCap Greifpositionen im Koordinatensystem des Roboters setzen. Daneben ist der 2D-Vision-Sensor Inspector PIM60 in der Lage, Prüf- und Messaufgaben zur Bestimmung von Pass/Fail-Kriterien oder für Trenddarstellungen auszuführen.

Mit der Software SICK Inspector URCap steht so eine benutzerfreundliche Schnittstelle zur Verfügung, über die sowohl der Inspector PIM60 als auch ein Roboter integriert werden können. Das System bietet eine unkomplizierte Möglichkeit, monotone manuelle Bedienvorgänge zu reduzieren und die Nutzung kollaborierender Roboter auszuweiten.

 

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Stefan Manfredsson, Business Manager bei Hestra Teknik, zum wichtigsten Vorteil von SICK Inspector URCap: „Einfachheit – jeder, der auch nur grundlegende technische Kenntnisse hat, sollte in der Lage sein, das System einzurichten! Alles, was benötigt wird, ist in die Robotersteuerung integriert. Eine speicherprogrammierbare Steuerung oder ein anderes Kommunikationssystem sind nicht erforderlich. SICK hat mit der Software SICK Inspector URCap ein leicht zu bedienendes System entwickelt, das hervorragend zur Schnittstelle von Universal Robots passt, die sich ebenfalls durch ihre Einfachheit auszeichnet.“

 

 

 

 

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