Produktivität und Personenschutz verbessert

12. Mai 2017

Intelligentes Retrofit mit Sicherheitssteuerung Flexi Soft

Am Produktionsstandort Givisiéz der Geberit Tubes Composites hat der Förder- und Sonderanlagenspezialist Flück eine Wickel-/Bindemaschine modernisiert – mit Sensorik und Steuerungstechnik von SICK.

 

Eine Mehrstrahl-Sicherheitslichtschranke M4000 mit Mutingfunktion, ein Sicherheitslichtvorhang deTec4 sowie eine Sicherheitssteuerung Flexi Soft sorgen für Maschinensicherheit auf höchstem Niveau. Ein Distanztaster DT50, Lichtschranken WL14 und magnetische Zylindersensoren MZT8 übernehmen verschiedene Detektionsaufgaben in der modernisierten Anlage.

 

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Retrofit nach 15 Jahren Betriebsdauer

Das neue Jahrtausend war nur wenige Tage alt, als die Rohr-Wickel-Maschine bei der Geberit Tubes Composites das erste Mal in Betrieb genommen wurde. Das Unternehmen gehört zu der in Rapperswil-Jona ansässigen Geberit AG – dem europäischen Marktführer bei Sanitärprodukten. Auf der Rohr-Wickel-Maschine werden – direkt aus einer Produktionsmaschine kommend – flexible Rohre für die Heizungs- und Sanitärausstattung auf Bobinen zu transport- und versandfähigen Einheiten aufgerollt und danach gebunden. „Hier lag eine der wesentlichen Herausforderungen an das Retrofit“, blickt Geschäftsführer Marcel Flück zurück, „Jedes Nachladen von Bindematerial, aber auch jede Störung der Anlage, bedeutete vom Prozessablauf her einen Stopp der Bindeanlage und damit auch der vorgelagerten Produktion.“ Sein Modernisierungsziel war aber nicht nur mehr Anlagen-Performance durch eine Entkopplung der Rohrproduktion von der Wickel-/Bindeanlage, sondern auch ein Update auf den neuesten sicherheitstechnischen Standard. Produktivität und Personenschutz verbessern – das war der Auftrag an die Flück Fördertechnik AG.

 

Flück Fördertechnik AG: Spezialist für Intralogistik und Sonderanlagenbau

Förder- und Sonderanlagen auf hohem Qualitätsniveau – das ist der Anspruch der Flück Fördertechnik AG seit der Gründung im Jahr 1984. Das Unternehmen schafft aus eigenen Produkten und Anlagenkomponenten renommierter Systempartner, z. B. Robotern von Kuka, innovative Gesamtlösungen – von der Entwicklung über die Fertigung, die Montage und die Inbetriebnahme beim Kunden bis zum betriebsbegleitenden Wartungs- und Instandhaltungs-Service. „Es gibt wohl kaum eine Logistik- oder Handlingsaufgabe, mit der wir uns noch nicht auseinandergesetzt haben“, fasst Marcel Flück zusammen. „Das gilt insbesondere für das Retrofitgeschäft, das immer wieder neue Überraschungen und neue Herausforderungen bereithält.“ Insofern war sein Unternehmen für Geberit genau der richtige Partner. „Und wir für Flück“, ergänzt Roger Stettler, Industry Account Manager bei der SICK AG in Stans. Die Gründe sind schnell aufgezählt: „Die Qualität der Produkte, die Zuverlässigkeit von Lieferterminen, die Breite des Portfolios für Gesamtlösungen aus einer Hand, der stimmige Preis  – und wir bekommen anders als bei anderen die kompetente Beratung dazu“, so Marcel Flück. So war es auch im Geberit-Projekt.

 

Beratung und Komplettlösung aus einer Hand

Kernelement der Modernisierung der Wickelmaschine war die Erweiterung um eine robotergestützte Handlingzelle mit zwei unabhängigen Bindestationen. „Der Prozess ist jetzt redundant – weder das Nachladen von Bindematerial noch eine Störung führen zu einem Stopp der gesamten Anlage“, sagt Marcel Flück. „Der Anlagendurchsatz hat sich dadurch enorm verbessert.“ Das auf eine Bobine gewickelte Rohrmaterial wird jetzt nicht mehr direkt darauffolgend gebunden, sondern durch einen Roboter aus dem Wickler entnommen und einem der beiden Binder übergeben. Ein Distanztaster DT50 am Roboter-Greifarm gewährleistet beim Handling der Rohrbobine eine präzise Anwesenheits- und Positionserkennung.

 

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Nach dem Binden setzt der Roboter die Rolle zum Abtransport entweder auf ein Rollenförderband oder auf eine Palette. Die Roboterzelle ist komplett von einem Schutzzaun umgeben. Offen ist sie lediglich dort, wo der Roboter die Rolle vom Wickler übernimmt, am Übergabepunkt zum Förderband sowie am Palettenstellplatz. „Für alle drei Stellen konnte uns SICK die technisch und wirtschaftlich beste Lösung empfehlen“, sagt Marcel Flück. Ein blindzonenfreier und montagfreundlicher Sicherheits-Lichtvorhang detec4 erfüllt zwischen Wickler und Roboterzelle das höchste Schutzniveau PL e – ebenso wie die Mehrstrahl-Sicherheitslichtschranke M4000 im Übergabebereich zur Palette. „Hier wurde zusätzlich eine Muting-Funktionalität eingerichtet, die es ermöglicht, Paletten einzufahren oder abzuholen, ohne das Rohrwickeln oder den Roboterbetrieb abschalten zu müssen“, erklärt Sascha Ceccotti; Applikations-Ingenieur bei der SICK AG in Stans.

 

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Die Förderbandübergabe ist sicherheitstechnisch nicht relevant – eine Lichtschranke WL14 detektiert hier, wenn eine gebundene Rolle aufgesetzt und abtransportiert wird.

 

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Remotezugang eingerichtet

Gemanagt werden alle sicheren bzw. nicht-sicheren Signale und Prozesse durch eine Sicherheitssteuerung Flexi Soft. „Da sie programmierbar ist, konnte Flück in der Gesamtrealisierung eine zusätzliche Steuerung einsparen“, erwähnt Roger Stettler einen wirtschaftlichen Aspekt.

 

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Ein weiteres Highlight ist die Möglichkeit, über die Steuerung und einen PC mit Remote-Zugang eine Fernwartung per Internet einzurichten. „Die Anbindung ist einfach zu programmieren – die Software hierfür stellt SICK kostenlos zur Verfügung“, bestätigt Marcel Flück. Mit begleitenden Wartungsverträgen kann so ein Höchstmass an Verfügbarkeit erreicht werden.

 

Retrofit ohne Risiko: Kurze Projektdauer, schnelle Produktivitätssteigerung

Das gesamte Retrofit der Anlage konnte in kurzer Zeit umgesetzt werden. Vom Projektstart über Sensor- und Steuerungstests, die Vorabnahme und den Aufbau bei Geberit bis zur Inbetrieb- und Endabnahme vergingen gerade einmal zwei Monate. Die Beratung aus einer Hand sowie die ineinandergreifende Konzeption der Sensor- und Steuerungstechnik schliessen Schnittstellenrisiken – und damit auch unnötigen Zeitverlust – in der Planung und Umsetzung aus.

 

Retrofit ohne Risiko: Nach kurzer Zeit war die Anlage wieder aktiv – deutlich produktiver als zuvor – und auf dem neuesten sicherheitstechnischen Stand.

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