Track-and-Trace-Systeme mit Vision-Technologie

25. Januar 2017

Das Fluggepäck zuverlässig im Blick

Steigende Passagierzahlen sind eine große Herausforderung für Fluggesellschaften, Ground Handler und auch für Betreiber von Gepäcksortieranlagen.Denn mehr Passagiere bedeuten mehr Gepäck. Dieses muss erfasst, sortiert und rückverfolgt werden. Mit der Auswahl der geeigneten Track-and-trace-Systeme und der passenden Identifizierungstechnologie sind eine zuverlässige Identifikation und damit ein hoher Durchsatz möglich.

 

Ein System - viele Applikationen: Zuverlässige Detektion und Track-and-trace von Reifen, Fluggepäck oder Paketen mit dem Lector65x System

Ein System – viele Applikationen: Zuverlässige Identifikation und Rückverfolgbarkeit von Reifen, Fluggepäck oder Paketen mit dem Lector65x System.

 

Seit 1993 setzen Flughafenbetreiber auf das am weitesten verbreitete Track-and-trace-System für Fluggepäck: das Airport Luggage Identifikation System (ALIS) von SICK. Die in ALIS integrierten Barcodescanner mit ihren sehr hohen Leseraten gewährleisten einen reibungslosen Transport des Gepäcks innerhalb kilometerlanger Förderanlagen. Die zuverlässige Identifikation der Gepäckstücke spielt dabei eine entscheidende Rolle:  Die Anforderungen an die Leseperformance der eingesetzten Barcodescanner steigen kontinuierlich. Denn Passagiere nutzen zunehmend den Web-Check-in und drucken Gepäcklabel selbst zu Hause aus. Dadurch kann sich die Qualität der Labels verschlechtern. Außerdem variieren sowohl die Positionierung des Labels auf den Gepäckstücken als auch die Form und Beschaffenheit der einzelnen Labels.

No-Read und No-BSM: mehr als nur der Barcode wichtig

In den sogenannten Transferlinien – hier wird das Gepäck in der Gepäckförderanlage von einem Flugzeug zum anderen transportiert – ist in der Regel die Leseperformance geringer als in den Gepäckaufgabelinien. Die Hauptursache dafür sind beschädigte oder verschmutzte Labels. Wenn infolgedessen die Barcodes auf den Labels nicht gelesen werden (No-Read), kann dem einzelnen Gepäckstück nicht seine eindeutige Baggage Source Message (BSM) zugeordnet werden. Dieser international gültige Datensatz wird in Datenbanken gespeichert und enthält Informationen, die für die Sortierung des Gepäckstücks notwendig sind (Flugnummer, IATA- Code etc.). Eine weitere Herausforderung für die Flughafenbetreiber: Entweder fehlen die BSM-Datensätze komplett oder die Verbindung zur Datenbank ist – durchaus auch über einen längeren Zeitraum – unterbrochen (No-BMS). In diesen Fällen ist trotz korrekter Lesung des Barcodes die Sortierung des Fluggepäcks nicht möglich. In beiden Fällen (No-Read und No-BSM) müssen die Gepäckstücke dann an sogenannte MES (Manual Encoding Station) transportiert und dort von Hand identifiziert werden – mit negativen Auswirkungen auf Durchsatz und Transferzeit des Gepäckstücks. Dies kann zu Verspätungen führen. Im schlimmsten Fall bleiben die Gepäckstücke liegen und es entstehen hohe Kosten und Imageverluste für den Flughafenbetreiber und die Fluggesellschaften.

 

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Dank der Integration des Lector65x werden selbst zerknitterte Labels gelesen.

 

Integration der passenden Technologie

Track-and-trace-Systeme von SICK sind offen für die Integration verschiedener Identifikationstechnologien. Bei der Fluggepäckidentifikation bietet die Vision- Technologie mit den kamerabasierten Codelesern Lector65x eine Reihe von Vorteilen – in erster Linie eine weit höhere Leseperformance der Barcodes. Der Aufwand bei der Umrüstung ist gering: die Lector65x werde einfach in den bereits existierenden Rahmen eingebaut, an der Kommunikation mit der Steuerung ändert sich nichts. Zudem liefern die kamerabasierten Codeleser hochauflösende Bilder, die für Video-Coding und OCR-Aufgaben (Optical Character Recognition) genutzt werden können. So lesen sie z. B. die für die Sortierung notwendigen Informationen der BSM automatisch über die Beschriftung des Labels aus. Ein weiterer Vorteil der Vision-Technologie: Von jedem Gepäckstück stehen immer mehrere hochauflösende Bilder zur Verfügung. Da das Gepäckstück auf einem Förderband unter mehreren Kameras „hindurchfährt“, wird jedes Bild aus einem anderen Blickwinkel fotografiert. In Summe erhält man so von ein und demselben Gepäckstück eine Reihe von Bildern aus unterschiedlichen Perspektiven – zur besseren Identifikation des Gepäckstücks. Vision-Technologie lässt sich auch in ein laserbasiertes ALIS-System integrieren oder nachrüsten – und dies mit wenig Aufwand. Das Ergebnis ist das auf dem Lector65x basierende System ALIS Vision.

 

Eine Systemlösung, viele Applikationen

Die Auswahl der passenden Identifizierungstechnologie für die bestmögliche Leseperformance ist ein wichtiger Punkt, die Integration der unterschiedlichen Technologien innerhalb eines Systems ein weiterer. Weltweit und in nahezu jeder Industrie die passende Lösung anbieten zu können, erfordert eine globale Präsenz, Applikations-Know-how und ein breites Produktportfolio. Im besten Fall fließt all dies in Komplettlösungen ein, die dann idealerweise standardisiert, multipliziert und in weiteren Bereichen eingesetzt werden. So bieten Track-and-trace-Systeme wie das Lector65x System viele Vorteile: Die Art der Kamera (Fixfokus oder dynamischer Fokus), die Anzahl der Kameras und deren Ausrichtung werden individuell auf die jeweilige  Applikation zugeschnitten – von der Lesung der Oberseite von Paketen oder Reifen (Tire Lector Array) bis hin zu einer 5-Seiten-Lesung von Paketen oder Fluggepäck (ALIS Vision). Durch die Integration in das SICK-Netzwerkkonzept des Netzwerkcontrollers MSC800 lässt sich das Lector65x System mit anderen Technologien, wie den Zeilenkameras ICR8xx, Volumenmesssystemen, laserbasierten
Codelesern oder Waagen clever kombinieren.

 

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